Musikalische Früherziehung mit Melli

Frühkindliche Musikerziehung schon im Krabbelalter

Melanie Besier, musikalisch-pädagogische Leiterin der GMC Musikschule, hat nicht nur Musik und Förderschulpädagogik studiert, sondern sie unterrichtet schon seit zwei Jahrzehnten Menschen jeden Alters. Im folgenden Interview beantwortet sie ein paar wichtige Fragen zum Thema Musikalische Früherziehung.

Krabbelgruppe in der GMC Musikschule
In den Krabbelgruppen sind die Eltern mit dabei!

Für welches Alter ist die musikalische Früherziehung geeignet?

Melli: „Vor allem richtet sich die musikalische Früherziehung an Kinder im Alter von 3 bis 6. Mittlerweile biete ich aber auch Krabbelgruppen für Kinder ab drei Monaten an. Dabei steht vor allem gemeinsames Singen und generell erste Erfahrungen mit der Musik im Vordergrund.“

Welche Instrumente werden denn in den Stunden benutzt?

Melli: „Da ich Gitarristin und Sängerin bin, liegt es nahe, dass beide Instrumente sehr häufig von mir eingesetzt werden. Inzwischen beherrsche ich aber auch die Grundlagen vieler anderer Instrumente, sodass ich eine Einführung in fast jede Instrumentengruppe gewährleisten kann. Eine große Rolle in der frühkindlichen Musikpädagogik spielen natürlich die Orffschen Instrumente und Percussioninstrumente jeder Art.“

Was lernen die Kinder eigentlich in der musikalischen Früherziehung?

Melli: „Zunächst einmal handelt es sich nicht um Unterricht im klassischen Sinne. Es geht vor allem darum, Erfahrungen mit Musik und Instrumenten zu machen. Singen, tanzen und Bewegungsspiele sind Grundkomponenten, mit deren Hilfe sich ein Verständnis für die elementaren Bausteine der Musik wie Rhythmus, Dynamik (der Unterschied zwischen laut und leise), Tempo und Töne aufbauen lässt. Musikhören und Improvisation (ohne Fantasie keine Musik!) sind weitere wichtige Module der Früherziehung. Die Kinder können zudem spielerisch an das Notenschreiben herangeführt werden. Natürlich haben wir hier in der Musikschule beste Möglichkeiten die verschiedensten Instrumente kennenzulernen. Außerdem bereichern Lieder aus anderen Kulturen unsere Musikstunden und es werden verschiedene Musikstile vorgestellt.“

Gibt es neben den rein musikalischen Lernzielen noch andere Dinge, die aus der musikalischen Früherziehung mitgenommen werden?

Melli: „Auf jeden Fall! So wird vor allem Grob- und Feinmotorik und die Sprachentwicklung durch die regelmäßige Beschäftigung mit Musik gefördert. Es findet eine Sensibilisierung der Sinne statt, das Ausdrucksvermögen wird erweitert und das Verständnis für die Wechselwirkung und den Zusammenhang von Musik und Bewegung wird geschult. Außerdem ist für die meisten Kinder die Früherziehung der erste Unterricht überhaupt in ihrem Leben, so dass sie hier gut die ersten Schritte beim Erlernen sozialer Interaktion machen können. Ein Beispiel: Erst müssen alle Kinder still sein, bevor ich mit dem Einzählen beginne und wir zusammen ein Lied singen. Das klappt natürlich nicht sofort und muss erst gelernt werden!“

Wie groß sind die Gruppen für musikalische Früherziehung?

Melli: „Grundsätzlich gehe ich von mindestens sechs Teilnehmern aus. In den Krabbelgruppen können es aber auch bis zu 16 Personen sein, wenn die Eltern mitmachen.“